GIPFELERLEBNIS MIT REIZ

Schneeschuhwanderung auf den Hagelstock (UR, 2181 m ü. M.)

08 2026_02_28 Schneeschuh-Wanderung (3)

Im Radfahren sind wir routiniert. Die meisten jedenfalls. Und von Velos verstehen wir auch einiges. Für den Asphalt sind wir also bestens gerüstet.

Im Schnee sieht das etwas anders aus, wie sich am Samstag, 28. Februar, zeigt. Eine kleine Gruppe des Vereins macht sich frühmorgens auf den Weg nach Riemenstalden, wo wir uns als Willkommensgruss erst einmal 50 Minuten beim Bähnli gedulden dürfen. Die beinahe steinzeitlich anmutenden Freiluftgondeln fassen maximal fünf Personen. Und obwohl wir früh dran sind, haben exakt 53 Skitourengänger die Nase vorn. Zum Glück hat Mani genügend Kaffee dabei.

Endlich oben auf dem Chäppeliberg angekommen, stellen einige fest, dass ihre Schneeschuhe offenbar Standschäden aufweisen – drei Riemen geben den Geist

auf, ein Schuh lässt sich schlicht nicht befestigen. Andere wiederum verlieren gefühlt die halben Skistöcke. Doch schnell wird getauscht, improvisiert und herzlich gelacht – wir sind schliesslich RVB. Das Stapfen kann also vielversprechend beginnen.

Das Panorama lässt Wartezeit und Improvisationen rasch vergessen. Eine imposante Bergwelt öffnete sich vor uns. Der Weg führt zunächst sanft Richtung Spilauersee. Die Stille der Ebene wird nur vom Knirschen des Schnees und vereinzelten Stimmen durchbrochen (wir sind nicht die einzigen). In den Steilhängen kommen wir dann voll auf unsere Kosten: Der Puls steigt, der Schweiss fliesst – was auch den frühlingshaften Temperaturen zu verdanken ist. Gemeinsam mit anderen Bergbegeisterten ziehen wir unsere Spur bis zum Gipfel und werden mit einer atemberaubenden 360°-Aussicht belohnt. Zeit zum Gratulieren – und natürlich für einen wohlverdienten Gipfelschnaps.

Bergab nehmen Tempo und Übermut zu, ebenso die leise Kritik an der Bequemlichkeit mancher Schneeschuhe – besonders, wenn es zwei Linke sind… Umso grösser ist die Freude, als wir nach gut vier Stunden die Lidernenhütte SAC erreichen. Kalte Getränke warten auf uns – und ein heiterer Rückblick auf einen Wandertag mit Charakter.

Fazit: Der etwas harte Schnee und die Rushhour am Bähnli wurden mehr als wettgemacht durch Sonne, grandiose Bergkulisse, sportliche Würze und ganz viel Spass am gemeinsamen Erlebnis. Und wer weiss: vielleicht erlebt der Event im nächsten Jahr eine Neuauflage…

Bericht: Barbara Haas

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